Black Friday: Vom Polizei-Slang zum globalen Shopping-Event

Die Geschichte hinter dem bekanntesten Rabatt-Tag des Jahres – wie er nach Deutschland kam, warum er fast verboten wurde und wann er in den nächsten Jahren stattfindet.

Der Black Friday gilt als umsatzstärkster Einkaufstag des Jahres. In den USA haben Kunden 2025 rund 11,8 Milliarden Dollar allein online ausgegeben, in Deutschland locken tausende Händler mit Rabatten. Aber woher kommt der Black Friday, warum heißt er so – und warum durfte man den Begriff in Deutschland jahrelang nicht benutzen?

Alles der Reihe nach. Vom Ursprung in den 1950er Jahren über den kuriosen Markenstreit bis zu den Terminen der nächsten Jahre. Und nein – es hat nichts mit dem Börsencrash zu tun.

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Woher kommt der Black Friday?

Die kurze Antwort: aus Philadelphia. Nicht aus der Buchhaltung, nicht vom Börsencrash, und schon gar nicht vom Sklavenhandel – drei Mythen, die sich hartnäckig halten, aber alle falsch sind.

Philadelphia, 1950er Jahre: Polizisten im Dauereinsatz

Die tatsächliche Geschichte ist weniger glamourös, als es die Marketing-Erzählung vermuten lässt. Laut historischen Quellen fand am Samstag nach Thanksgiving das jährliche Army-Navy-Footballspiel in Philadelphia statt. Das Spiel lockte Zehntausende Fans in die Stadt – und weil Thanksgiving-Freitag für viele Angestellte ohnehin ein Brückentag war, nutzten gleichzeitig Massen von Einwohnern den Tag für die ersten Weihnachtseinkäufe.

Das Ergebnis: Verkehrschaos. Überfüllte Bürgersteige. Ladendiebstähle. Und die Polizei von Philadelphia mittendrin, ohne die Möglichkeit, den Tag frei zu nehmen. Die Beamten nannten diesen Freitag „Black Friday“ – schwarz im Sinne von katastrophal, nicht feierlich. Kein Marketing-Begriff, kein Händler-Event. Ein Fluch von Polizisten, die Doppelschichten schieben mussten, während alle anderen shoppten.

Die erste belegte Verwendung des Begriffs stammt aus dem Januar 1966, als ein Artikel in „The American Philatelist“ den Namen der Polizei von Philadelphia zuordnete. Von dort aus verbreitete er sich – zunächst nur regional, dann landesweit.

Die Umdeutung: Vom Chaos zum Umsatz

Den Händlern war der negative Beigeschmack natürlich ein Dorn im Auge. In den 1980er Jahren gelang eine bemerkenswerte Umdeutung: Die neue Erklärung lautete, dass der Black Friday der Tag sei, an dem Einzelhändler von den roten Zahlen in die schwarzen Zahlen wechseln – also erstmals im Geschäftsjahr Gewinn machen. Buchhalterisch einleuchtend, historisch aber nicht belegt. Es ist eine nachträgliche Marketinggeschichte, die bis heute in vielen Artikeln als Fakt präsentiert wird. In Wahrheit nannten Polizisten in Philadelphia einen chaotischen Arbeitstag „schwarz“ – und der Einzelhandel hat daraus ein Verkaufsargument gemacht.

In den 1960er Jahren versuchte die Handelskammer von Philadelphia übrigens, den Tag in „Big Friday“ umzubenennen. Hat nicht funktioniert. „Black Friday“ war eingängiger, und der negative Ursprung geriet mit den Jahren in Vergessenheit. (Das Army-Navy-Spiel findet übrigens heute noch statt – seit 2003 allerdings in wechselnden Stadien, nicht mehr fix in Philadelphia. Den Namen hat die Stadt dem Shopping-Kalender trotzdem dauerhaft hinterlassen.)

Was der Black Friday nicht ist

Zwei Verwechslungen tauchen regelmäßig auf und verdienen eine klare Einordnung:

Der Börsencrash von 1929 fand am 24. Oktober statt – einem Donnerstag in New York, in den USA als „Black Thursday“ bekannt. Wegen der Zeitverschiebung erreichten die Nachrichten Europa erst am Freitag, weshalb das Ereignis hier als „Schwarzer Freitag“ in die Geschichte einging. Mit dem Shopping-Event hat das nichts zu tun.

Die im Internet kursierende Behauptung, der Name gehe auf Rabatte beim Sklavenhandel zurück, ist ein Internet-Hoax von 2014. Keine einzige historische Quelle stützt das.

Black Friday in den USA: Eine andere Liga

In den USA ist der Black Friday eine Institution – und zwar eine, die man sich als Deutscher schwer vorstellen kann. Laut Adobe Analytics gaben US-Kunden 2025 allein online 11,8 Milliarden Dollar aus. Plus 9,1 % zum Vorjahr. Im stationären Handel kommen nochmals Milliarden dazu – das Gesamtwochenende von Thanksgiving bis Cyber Monday lag zuletzt bei über 100 Milliarden Dollar.

Die Dimensionen sind absurd. 2017 waren es online noch rund 8 Milliarden, 2020 dann 9 Milliarden (COVID-Turbo), und 2025 fast 12 Milliarden. Das ist eine Verdreifachung in zehn Jahren.

In Amerika stehen Menschen über Nacht vor Geschäften an. Wirklich. Zelte, Schlafsäcke, Thermoskannen. „Doorbusters“ heißen die Angebote, für die man das tut – Produkte in begrenzter Stückzahl, nur für die Ersten. Das hat nachgelassen, weil viele Deals inzwischen online laufen, aber ganz verschwunden ist es nicht.

Walmart, Target und Best Buy öffnen teilweise am Thanksgiving-Abend – kontrovers, weil Angestellte an einem Familienfeiertag arbeiten müssen. In Deutschland? Undenkbar. Kein Thanksgiving, keine Schlangen, kein Camping. Der Black Friday läuft hier am Bildschirm, zwischen zwei Tabs.

Was man dabei leicht vergisst: In den USA ist der Black Friday mehr als Shopping. Familien planen den Tag gemeinsam, es ist ein soziales Ritual. Bei uns ist es eine Transaktion. Ob das besser oder schlechter ist – keine Ahnung. Aber es erklärt, warum der Black Friday hier nie die gleiche Wucht erreicht hat.

Seit 2005 werden in den USA am Black Friday die höchsten Tagesumsätze des Jahres erzielt – vorher war es der letzte Samstag vor Weihnachten. Der Cyber Monday, der am darauffolgenden Montag stattfindet, wurde 2005 als Pendant für den Online-Handel erfunden und hat sich seitdem zu einem eigenen Event entwickelt. Mehr dazu in unserem Vergleich: Cyber Monday vs. Black Friday.

Wie der Black Friday nach Deutschland kam

Der Black Friday in Deutschland hat eine deutlich kürzere Geschichte als das US-Vorbild – und sie beginnt mit einem einzelnen Unternehmen.

2006: Apple macht den Anfang

Apple war 2006 das erste Unternehmen, das in Deutschland am vierten Freitag im November Rabatte anbot. Allerdings verwendete Apple den Begriff „Black Friday“ dabei bewusst nicht, sondern sprach von einem „eintägigen Shopping Event“. Das hatte vermutlich rechtliche Gründe, die damals noch niemand ahnte – dazu später mehr.

Die Aktion blieb zunächst eine Nische. Die meisten Deutschen hatten 2006 noch nie vom Black Friday gehört. Es gab kein vergleichbares Konzept im deutschen Handel – keine Tradition der großen November-Rabatte, kein Thanksgiving als kulturellen Aufhänger. Apple sprach von einem „eintägigen Shopping Event“ und verwendete den Begriff „Black Friday“ nicht. Der Grund dafür wurde erst Jahre später klar.

Ein Vergleich: In den USA war der Black Friday 2006 bereits ein Milliarden-Event. In Deutschland war er buchstäblich eine Firma mit einer Webseite. Die Idee musste erst wachsen – und brauchte jemanden, der sie verbreitete.

2012-2013: Die Geburt des deutschen Black Friday

2012 startete Simon Gall das Portal blackfriday.de – eine Plattform, die Rabattaktionen verschiedener Händler zum Black Friday bündelte. Was Gall damals nicht wissen konnte: Wenige Monate nach seinem Launch würde genau dieser Markenname als Wortmarke eingetragen werden, und er würde Jahre damit verbringen, sich den Begriff zurückzuerkämpfen. Im Folgejahr, 2013, bewarben bereits 500 Händler ihre Angebote über eines von mehreren Werbeportalen. Das war der Wendepunkt: Aus einem Nischen-Event wurde ein bekanntes Shopping-Datum.

2014 erwarteten Online-Händler am Black Friday einen Umsatz von 296 Millionen Euro in Deutschland. Zum Vergleich: In den USA lag der Online-Umsatz im selben Jahr bei über 2 Milliarden Dollar. Deutschland hinkte hinterher, holte aber schnell auf.

Parallel wuchs die Black Week als Konzept. Statt eines einzelnen Tages dehnten immer mehr Händler ihre Aktionen auf die gesamte Woche vor dem Black Friday aus – eine Entwicklung, die in den USA ähnlich verlief. Der Spar-Kalender zeigt, wann im Jahr welche Kategorien am günstigsten sind.

2015-2019: Vom Geheimtipp zum Massenphänomen

In den Jahren nach 2013 explodierte der Black Friday in Deutschland – aber nicht ohne Nebengeräusche. Verbraucherschützer stellten fest, dass die Rabatte oft weniger spektakulär waren als angekündigt. Eine Analyse von Mydealz über die Black Fridays 2013 bis 2015 (1.400 ausgewertete Angebote) ergab, dass die tatsächlichen Ersparnisse bei Smartphones durchschnittlich 26 %, bei Spielekonsolen 20 %, bei Fernsehern 11 % und bei Mode 50 % lagen. Das klingt ordentlich – bis man sieht, dass Händler gleichzeitig mit 50 oder 60 Prozent warben. Der Grund: Der Rabatt bezog sich auf den UVP, nicht auf den aktuellen Marktpreis. Wer die typischen Fehler beim Online-Shopping kennt, fällt darauf seltener rein.

Trotzdem: Der Black Friday war in Deutschland angekommen. 2016 wussten die meisten Onlineshopper, was gemeint war. 2017 war es Mainstream. Und 2019 – das letzte Jahr vor COVID – fühlte sich an, als hätte der Black Friday schon immer zum deutschen Einkaufskalender gehört. Hat er nicht. Aber das merkte man nicht mehr.

Der Markenstreit um „Black Friday“ in Deutschland

Das ist der Teil der Geschichte, der viele überrascht: Der Begriff „Black Friday“ war in Deutschland jahrelang als Wortmarke geschützt – und Händler, die ihn in ihrer Werbung benutzten, riskierten eine Abmahnung. Laut WBS.legal hat der BGH die Marke 2023 endgültig für verfallen erklärt.

2013: Die Eintragung

Am 30. Oktober 2013 wurde der Antrag zum Schutz der Wortmarke „Black Friday“ beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) gestellt und genehmigt. Ursprüngliche Inhaberin war die Klingenthal Südring Gesellschaft. Zunächst passierte nichts – der Markenschutz existierte, wurde aber nicht durchgesetzt.

2016: Die Abmahnwelle

2016 übernahm das chinesische Unternehmen Super Union Holdings Ltd. aus Hongkong die Marke und lizenzierte die Nutzungsrechte an eine österreichische Black Friday GmbH. Was dann folgte, erschütterte den deutschen Online-Handel: Die Black Friday GmbH verschickte massenweise Abmahnungen an Händler, die den Begriff „Black Friday“ in ihrer Werbung verwendeten, und forderte den Abschluss von Lizenzverträgen.

Für Händler war das eine absurde Situation: Ein global bekannter Begriff für Rabattaktionen, den man in Deutschland plötzlich nicht mehr benutzen durfte – zumindest nicht ohne Lizenzgebühren an eine Hongkonger Holding zu zahlen. Google sperrte auf Antrag der Markeninhaberin sogar den Begriff „Black Friday“ in Google Ads, und die Facebook-Fanseite von blackfriday.de wurde auf Antrag der Markeninhaberin gelöscht.

Was das konkret bedeutete: Wer als kleiner Online-Shop eine Abmahnung bekam, stand vor der Wahl – 1.500–3.000 € Abmahnkosten zahlen und eine Unterlassungserklärung unterschreiben, oder einen Rechtsstreit gegen eine finanzstarke Holding führen. Die meisten zahlten. Auch Affiliate-Portale mussten vorsichtig formulieren, um nicht ins Visier zu geraten. Ein Wort, das die halbe Welt benutzte, war in Deutschland plötzlich eine juristische Falle.

2017-2023: Der Gegenangriff

Simon Gall, Betreiber von blackfriday.de, ging juristisch gegen die Marke vor – in mehreren parallelen Verfahren, die sich über Jahre hinzogen.

Die Zeitleiste:

2017 erwirkte Gall eine einstweilige Verfügung am Landgericht Düsseldorf. Das Gericht stellte fest, dass die Verwendung des Begriffs „Black Friday“ in der Werbung rein beschreibend sei und keine Markenrechtsverletzung darstelle.

2018 löschte das DPMA die Marke vollständig aufgrund zahlreicher Löschungsanträge.

2020 entschied das Bundespatentgericht, dass die Marke nur teilweise gelöscht werden muss – für die Bereiche Werbedienstleistungen und Handel mit Elektro- und Elektronikartikeln. Für viele andere Waren und Dienstleistungen blieb der Schutz zunächst bestehen.

2021 bestätigte der BGH diese Teilentscheidung. Parallel reichte Gall eine Verfallsklage ein: Die Marke sei nicht rechtserhaltend benutzt worden – der Markeninhaber habe den Begriff nur als Beschreibung einer Rabattaktion verwendet, nicht als Herkunftshinweis im markenrechtlichen Sinn.

Im April 2021 gab das Landgericht Berlin Gall Recht und erklärte die Marke für über 900 Waren und Dienstleistungen für verfallen.

Im Oktober 2022 bestätigte das Kammergericht Berlin die Löschung für alle verbliebenen Bereiche. Die Marke „Black Friday“ wurde mit Wirkung zum 25. April 2019 als verfallen erklärt.

Im Juni 2023 wies der BGH die Nichtzulassungsbeschwerde der Super Union Holdings zurück – ohne weitere Begründung, wie in solchen Fällen üblich. Damit war der Rechtsstreit endgültig beendet. Das DPMA löschte die Marke vollständig.

Im Januar 2023 stellte das Oberlandesgericht Düsseldorf zusätzlich fest, dass die Schutzrechtsverwarnungen der Super Union Holdings und der Black Friday GmbH an Händler teilweise unberechtigt gewesen waren – und verurteilte beide zum Schadensersatz.

Was das für Händler bedeutet

Seit dem BGH-Beschluss im Juni 2023 ist der Begriff „Black Friday“ in Deutschland frei verwendbar. Händler dürfen mit dem Begriff werben, ihn in Google Ads nutzen und ihn auf Social Media einsetzen – ohne Lizenzgebühren, ohne Abmahnrisiko.

Was über ein Jahrzehnt lang für Unsicherheit sorgte, ist endgültig geklärt. Simon Gall hat den Kampf gewonnen – allerdings auf eigene Kosten. Die Ansprüche auf Kostenerstattung müssten in Hongkong durchgesetzt werden, wo sie praktisch nicht eintreibbar sind. Gall hat nach eigenen Angaben einen sechsstelligen Betrag in die Verfahren investiert. Man kann darüber streiten, ob das System funktioniert hat – ein einzelner Unternehmer musste jahrelang gegen eine finanzkräftige Holding klagen, um einen Begriff freizukämpfen, der nie hätte geschützt werden dürfen. Aber das Ergebnis steht: Der Begriff gehört niemandem mehr.

Black Friday: Alle Termine seit 2006

Der Black Friday findet immer am vierten Freitag im November statt – einen Tag nach Thanksgiving in den USA. Die Black Week beginnt am Montag derselben Woche, der Cyber Monday folgt am Montag danach.

Jahr Black Friday Besonderheit
2006 24. November Apple startet als erstes Unternehmen in Deutschland
2012 23. November blackfriday.de geht online, erster deutscher Aggregator
2013 29. November 500 Händler beteiligt, Wortmarke eingetragen
2014 28. November Erwarteter Umsatz: 296 Mio. € in DE
2015 27. November Verbraucherschützer warnen vor aufgeblähten Rabatten
2016 25. November Abmahnwelle: Super Union Holdings verschickt Markenrechtsverwarnungen
2017 24. November Einstweilige Verfügung am LG Düsseldorf gegen die Markeninhaberin
2018 23. November DPMA löscht Marke vollständig (vorläufig)
2019 29. November Marke gilt ab 25. April 2019 als verfallen
2020 27. November COVID: Online-Anteil steigt massiv, stationärer Handel eingeschränkt
2021 26. November BGH bestätigt Teillöschung der Marke
2022 25. November Kammergericht Berlin: Marke vollständig für verfallen erklärt
2023 24. November BGH-Beschluss: Marke endgültig gelöscht
2024 29. November Erster Black Friday ohne jede Markenrechtsunsicherheit
2025 28. November US-Online-Umsatz: 11,8 Mrd. Dollar
2026 27. November
2027 26. November
2028 24. November Frühestmöglicher Termin
2029 23. November
2030 29. November Spätestmöglicher Termin

Das Muster ist einfach: Thanksgiving ist immer der vierte Donnerstag im November, Black Friday ist der Freitag danach. Die Black Week beginnt am Montag derselben Woche. Die Cyber Monday-Termine stehen im eigenen Ratgeber.

Das Datum verschiebt sich jedes Jahr und liegt immer zwischen dem 23. und 29. November. Die häufigsten Suchanfragen – „Wann war Black Friday 2023?“, „Wann ist Black Friday 2026?“ – beantwortet die Tabelle oben und der FAQ-Bereich unten.

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Die letzten drei Black Fridays – und was man daraus lesen kann

2023 war der Befreiungsschlag. Zum ersten Mal seit 2013 durfte jeder Händler den Begriff „Black Friday“ benutzen, ohne Post vom Anwalt zu riskieren. Das BGH-Urteil war im Juni gefallen, die Saison im November lief wie entfesselt. Mehr Händler, mehr Aktionen, mehr Lautstärke. Ob die Deals deshalb besser waren? Nicht unbedingt. Aber die Stimmung war anders.

2024 – der 29. November – war dann der erste Black Friday, bei dem niemand mehr über Markenrecht nachdachte. Einfach Deals bewerben, fertig. Klingt banal, war es jahrelang nicht. Die Black Week 2024 lief vom 25. November bis 2. Dezember, besonders bei Elektronik und Gaming-Zubehör gab es starke Rabatte. Wer nach den besten Kategorien für den nächsten Black Friday sucht: Spar-Kalender.

2025 hat dann ein paar Dinge bestätigt, die wir schon vermutet hatten. Die Black Week frisst den Black Friday. Viele Händler starteten am 21. November, manche Mitte November. Der Freitag selbst war eher Höhepunkt als Startpunkt. Und die Omnibus-Richtlinie – seit 2022 müssen Händler den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage angeben – zeigt Wirkung. Aufgeblähte Streichpreise sind seltener geworden. Nicht verschwunden, aber seltener.

Wie lange dauert der Black Friday – und lohnt er sich?

Einen Tag. Theoretisch. In der Praxis haben die meisten Händler den einzelnen Freitag längst zur Black Week ausgedehnt – Montag bis Cyber Monday, manchmal noch länger. Manche starten zwei Wochen vorher mit „Pre-Black-Friday-Deals“. Die Aktionszeiträume werden jedes Jahr länger.

Freitag und Montag. Das sind die zwei Tage, die zählen. Samstag und Sonntag dazwischen sind ruhiger – wer gezielt sucht, findet dort aber manchmal Nachzügler-Deals, die am Freitag untergegangen sind.

Und lohnt sich das Ganze? Die ehrliche Antwort ist: kommt drauf an, was man kauft. Kopfhörer, Saugroboter, Fernseher vom Vorjahr – da sind die Rabatte echt. 20-40 % unter dem Normalpreis, nicht unter dem UVP. Mode sowieso, da liegt der Rabatt oft bei 30-50 %. Aber Apple-Produkte? 5-10 % Nachlass, wenn überhaupt. Und bei allem, was mit „bis zu 70 % Rabatt“ beworben wird, ohne konkreten Vergleichspreis: genau hinschauen. Oder zumindest: Preis vorher kennen. Das ist die eine Regel, die alle anderen Regeln schlägt. Wer den Straßenpreis nicht kennt, kann keinen Rabatt einordnen. Wunschliste vor dem Black Friday anlegen, nicht erst am Tag selbst entscheiden – wer ohne Liste einkauft, zahlt oft mehr als nötig. Mehr dazu: Black Friday Tipps und Fehler beim Online-Shopping.

Nicht nur Black Friday: Cyber Monday, Prime Day und die Fake-Shop-Falle

Der Cyber Monday am Montag danach hat tendenziell andere Schwerpunkte – Software, Streaming, Digital – und ist oft die letzte Chance auf Black-Friday-Preise. Der Prime Day im Sommer ist kleiner und auf einen einzelnen Händler beschränkt. Die Frühlingsangebote im März/April sind nochmal eine Stufe drunter – gut für Garten und Outdoor, aber kein Vergleich zum November. Wann im Jahr welche Kategorie am günstigsten ist, zeigt der Spar-Kalender. Und wer Cyber Monday vs. Black Friday im Detail vergleichen will, findet dort die Unterschiede.

Fake-Shops: Die Schattenseite

Der Black Friday ist Hochsaison für Betrug. Kurz vorher tauchen Webshops auf, die aussehen wie bekannte Marken-Stores, aber auf leicht veränderten Domains laufen. „samsung-blackfriday-deals.de“ statt „samsung.de“. Die Preise liegen 30-50 % unter dem Marktpreis, gezahlt wird per Vorkasse. Die Ware kommt nie an. Oder sie kommt, ist aber eine Fälschung – bei Kopfhörern und Parfüm passiert das ständig.

Wie man das erkennt? Impressum prüfen. Kein Geschäftsführer, keine Adresse, keine Handelsregisternummer – dann raus da. Nur Vorkasse als Zahlungsart? Warnsignal. Und: Whois-Abfrage. Ein Shop, der im Oktober registriert wurde und im November Black-Friday-Deals anbietet, hat selten gute Absichten. Ausführlich erklärt im Ratgeber Fake-Shops erkennen.

Black Week, Cyber Monday, Cyber Week – wer hat sich das ausgedacht?

Die Black Week hat niemand ausgerufen. Kein Verband, kein Gesetz, kein Datum. Was passiert ist: Händler haben gemerkt, dass ein einzelner Freitag zu wenig Aufmerksamkeit bringt, wenn alle gleichzeitig starten. Also startete einer einen Tag früher. Dann zwei. Dann eine Woche. Klassische Eskalation – und sie geht weiter. Heute beginnen viele Black-Friday-Aktionen am Montag vor dem eigentlichen Freitag, manche noch früher. Für Käufer: Ab Montag der Black Week schauen, aber die stärksten Deals kommen erfahrungsgemäß am Freitag und am Cyber Monday.

Der Cyber Monday selbst ist eine bewusste Erfindung – und zwar eine ziemlich durchsichtige. 2005 hat die US-Handelsvereinigung National Retail Federation (genauer: deren Abteilung Shop.org) den Begriff geprägt, nachdem Händler ab 2003 beobachtet hatten, dass viele Leute am Montag nach Thanksgiving vom Büro aus online shoppten. Ein Verhalten, das einen Namen brauchte – und bekam.

In Deutschland verschwimmen die Grenzen stärker als in den USA. Weil der deutsche Black Friday ohnehin fast nur online stattfindet, fühlt sich der Cyber Monday hier eher an wie „Black Friday Verlängerung“ als wie ein eigenes Event. In der Praxis: Die letzte Chance, Black-Friday-Preise zu bekommen. Danach normalisieren sich die Preise. Die Unterschiede im Detail.

Die „Cyber Week“? Noch jünger, noch unschärfer. Manche meinen die Woche nach dem Black Friday, manche benutzen es als Synonym für die Black Week. Eine Definition gibt es nicht. Ist auch egal – was zählt, sind die Deals, nicht die Labels.

Was in den einzelnen Jahren passiert ist

Wer nach einem bestimmten Jahr sucht – „Wann war Black Friday 2019?“ oder „Was war besonders am Black Friday 2020?“ – findet hier die Einordnung. Nicht für jedes Jahr gleich viel, weil nicht jedes Jahr gleich wichtig war.

2019: Das letzte normale Jahr

Rückblickend war der Black Friday 2019 am 29. November der Höhepunkt einer Aufwärtskurve, die seit 2013 nur eine Richtung kannte. Die Markenrechtsfrage schwelte im Hintergrund, aber die meisten Händler ließen sich davon nicht mehr abschrecken. Die Black Week hatte sich fest etabliert. Niemand ahnte, was zwölf Monate später kommen würde.

2020: Der Wendepunkt

COVID. Der stationäre Handel war eingeschränkt, Lockdowns erzwangen den Shift ins Internet. Für den E-Commerce war 2020 ein Rekordjahr – nicht nur am Black Friday, sondern übers gesamte Quartal. Es war das Jahr, in dem der Black Friday endgültig zum Online-Event wurde. Nicht weil Händler das so wollten, sondern weil es keine Alternative gab.

Was 2020 besonders gemacht hat: Millionen Deutsche, die vorher nie online bestellt hatten, lernten innerhalb weniger Wochen, wie man bei einem Online-Shop bestellt, eine Retoure abwickelt und einen Preisalarm setzt. Das war kein gradueller Wandel – das war ein Sprung. Wer Mitte November 2019 noch im Kaufhaus stand, saß Mitte November 2020 vor dem Laptop und scrollte durch Deal-Listen. Dieser Effekt ist nie wieder verschwunden.

In den USA das gleiche Bild: rund 9 Milliarden Dollar Online-Umsatz am Black Friday 2020, über eine Milliarde mehr als im Vorjahr. Und ein Detail, das selten erwähnt wird: Die Retourenquote stieg ebenfalls deutlich, weil viele Erstkäufer online anders einkauften als im Laden – größere Warenkörbe, mehr Auswahlbestellungen.

2021 und 2022: Chipkrise, dann Inflation

2021 war Frust vorprogrammiert. Die PS5 und die Xbox Series X gab es am Black Friday schlicht nicht – wer Technik suchte, ging leer aus. Mode und Beauty liefen normal, aber das Technik-Loch war spürbar. Ein Jahr später, 2022, hatte jeder die Inflation im Kopf. Impulskäufe gingen zurück. Gleichzeitig mussten Händler Lagerbestände abbauen, was bei Elektronik und Mode zu stärkeren Rabatten führte als üblich. Zwei schwierige Jahre mit einer gemeinsamen Lektion: Nicht jeder Black Friday ist für jede Kategorie gleich gut, und Prozente allein sagen wenig – entscheidend ist der Endpreis.

Black Friday Deutschland in Zahlen

Was sich seit 2013 am meisten verändert hat, ist nicht die Höhe der Rabatte – sondern die Länge der Aktionszeiträume und die Selbstverständlichkeit, mit der der Begriff benutzt wird.

2013 beteiligten sich rund 500 Händler. 2024 waren es Tausende – eine genaue Zahl gibt es nicht, weil keine zentrale Stelle das zählt. Der Handelsverband Deutschland (HDE) bezifferte die Ausgaben an Black Friday und Cyber Monday in Deutschland 2024 auf rund 5,9 Milliarden Euro – stagnierend gegenüber dem Vorjahr. Das klingt nach Plateau, ist aber Kontext: Die Konsumstimmung war 2024 insgesamt gedämpft, nicht nur am Black Friday. Laut Statistischem Bundesamt lag der Online-Umsatz im November 2024 trotzdem real 9,7 % über dem Vorjahresmonat. Der Haupttreiber: Black Week.

Eine Zahl, die man sich merken sollte: Der Anteil der Black-Week-Ausgaben am gesamten Weihnachtsgeschäft ist von 2,1 % im Jahr 2017 auf 4,9 % im Jahr 2024 gestiegen. Das heißt: Fast jeder zwanzigste Euro, der im November und Dezember im Einzelhandel ausgegeben wird, fällt auf die Black-Week-Tage. Tendenz steigend. In absoluten Zahlen: knapp 6 Milliarden Euro pro Jahr, konzentriert auf ein Wochenende.

Und die Rabatte? Das hängt davon ab, was man kauft. Kopfhörer und Lautsprecher bieten die ehrlichsten Nachlässe – 20-40 % unter dem realen Marktpreis, nicht unter irgendeinem aufgeblähten UVP. Saugroboter ähnlich, 15-35 %. Bei Fernsehern lohnt sich der Black Friday vor allem für Vorjahresmodelle, die Händler aus dem Lager haben wollen. Mode ist ein Sonderfall: 30-50 % Nachlass klingen viel, aber da werden auch außerhalb des Black Friday regelmäßig Rabatte gefahren – wer gezielt ein bestimmtes Teil sucht, findet am Black Friday den besten Preis. Apple? 5-10 %, wenn überhaupt. Wer auf ein iPhone wartet, wartet vergeblich. Wer wissen will, welcher Monat für welche Kategorie am günstigsten ist: Spar-Kalender.

Black Friday Zukunft: Termine 2027, 2028, 2029 und 2030

Die Termine für die kommenden Jahre stehen fest – der Black Friday liegt immer zwischen dem 23. und 29. November:

Black Friday 2027 fällt auf den 26. November 2027. Die Black Week startet am 22. November.

Black Friday 2028 ist am 24. November 2028 – der frühestmögliche Termin. Das bedeutet: Die Black Week beginnt bereits am 20. November. Für Händler ist das relevant, weil der Abstand zu Weihnachten dann am größten ist und die Aktionen entsprechend früher laufen.

Black Friday 2029 fällt auf den 23. November 2029 – ebenfalls sehr früh. Händler starten bei frühen Terminen oft noch zeitiger mit ihren Aktionen, weil der Abstand zu Weihnachten größer ist.

Black Friday 2030 ist am 29. November 2030 – der spätestmögliche Termin. Bei späten Terminen verschmelzen Black Week und Weihnachtsgeschäft noch stärker als ohnehin schon. 2030 bleibt zwischen Cyber Monday und dem ersten Advent nur eine Woche – das wird ein Sprint.

Unsere Prognose: In fünf Jahren redet niemand mehr vom „Black Friday“ – sondern vom „Black November“. Der einzelne Freitag wird das symbolische Zentrum bleiben, aber die Rabattphase drumherum wird zwei Wochen dauern. Ähnlich wie der Singles Day in China, der längst keine 24 Stunden mehr ist. Ob das gut oder schlecht ist für Käufer, hängt davon ab, wie man es nutzt. Mehr Aktionszeitraum heißt mehr Zeit zum Vergleichen – und mehr Auswahl.

Wunschliste vor der Black Week anlegen, Normalpreise kennen, am Freitag und Cyber Monday zuschlagen. Das funktioniert 2026 genauso wie 2030. Die Black Friday Tipps gelten unabhängig vom Jahr.

Direkt zu den Deals: Black Friday Deals · Black Week Angebote · Cyber Monday · Alle Angebote

Häufige Fragen zur Geschichte des Black Friday

Warum heißt es Black Friday?

Der Begriff wurde in den 1950er und 1960er Jahren von der Polizei in Philadelphia geprägt. Er bezeichnete das Verkehrschaos und die Menschenmassen am Tag nach Thanksgiving. Die spätere Erklärung – Händler wechseln von roten in schwarze Zahlen – ist eine Marketing-Umdeutung aus den 1980er Jahren.

Wann war Black Friday 2025?

Black Friday 2025 war am 28. November 2025.

Wann war Black Friday 2024?

Black Friday 2024 war am 29. November 2024. Die Black Week lief vom 25. November bis 2. Dezember.

Wann war Black Friday 2023?

Black Friday 2023 war am 24. November 2023. Die Black Week lief vom 20. bis 27. November.

Wann war Black Friday 2022?

Black Friday 2022 war am 25. November 2022. Im selben Monat erklärte das Kammergericht Berlin die Wortmarke „Black Friday“ für verfallen.

Wann war Black Friday 2021?

Black Friday 2021 war am 26. November 2021. Lieferkettenprobleme durch den Halbleitermangel führten dazu, dass viele Technik-Produkte nicht oder kaum reduziert verfügbar waren.

Wann war Black Friday 2020?

Black Friday 2020 war am 27. November 2020. COVID-Einschränkungen machten den Black Friday zum fast reinen Online-Event.

Wann war Black Friday 2019?

Black Friday 2019 war am 29. November 2019 – das letzte „normale“ Jahr vor der Pandemie und gemessen an der Teilnehmerzahl der bis dahin stärkste Black Friday in Deutschland.

Wann ist Black Friday 2026?

Black Friday 2026 findet am 27. November 2026 statt. Die Black Week startet am 23. November. Alle Deals gibt es auf der Black Friday Deals-Seite.

Wann ist Black Friday 2027?

Black Friday 2027 fällt auf den 26. November 2027. Die vollständige Terminübersicht steht in der Tabelle oben.

Wann ist Black Friday 2028?

Black Friday 2028 ist am 24. November 2028 – der frühestmögliche Termin.

Wann ist Black Friday 2029?

Black Friday 2029 fällt auf den 23. November 2029.

Wann ist Black Friday 2030?

Black Friday 2030 ist am 29. November 2030 – der spätestmögliche Termin.

Wie lange geht der Black Friday?

Ursprünglich ein einzelner Tag (Freitag). Inzwischen dehnen die meisten Händler ihre Aktionen auf die gesamte Black Week aus – von Montag bis Cyber Monday, also rund 10 Tage. Die stärksten Deals gibt es am Black Friday selbst und am Cyber Monday.

Was war der Markenstreit um Black Friday?

Die Wortmarke „Black Friday“ wurde 2013 in Deutschland eingetragen und 2016 von einer Hongkonger Firma zur Abmahnung von Händlern genutzt. Nach jahrelangen Gerichtsverfahren wurde die Marke 2023 endgültig vom BGH für verfallen erklärt und gelöscht. Seit dem kann jeder Händler den Begriff frei nutzen.

Lohnt sich der Black Friday?

Für bestimmte Kategorien ja – Elektronik, Kopfhörer, Haushaltsgeräte und Mode bieten erfahrungsgemäß echte Rabatte. Wichtig: Den Normalpreis vorher kennen und eine Wunschliste anlegen. Mehr dazu: Black Friday Tipps.

Seit wann gibt es den Black Friday in Deutschland?

Seit 2006, als Apple als erstes Unternehmen eine Rabattaktion am vierten November-Freitag anbot. In größerem Rahmen findet der Black Friday in Deutschland seit 2013 statt.

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