Die Black Week ist die Rabatt-Woche rund um den Black Friday. Montag bis Montag, manchmal länger. In Deutschland geben Händler und Kunden in dieser Woche zusammen fast 6 Milliarden Euro aus – Tendenz steigend. Das Besondere an der Black Week im Vergleich zum Black Friday, zum Cyber Monday oder zur Cyber Week: Niemand hat sie erfunden. Es gibt keine Pressemitteilung, kein Gründungsdatum, keinen Verband, der den Begriff geprägt hat. Händler haben ihre Deals einfach auf mehr Tage gestreckt, und irgendwann brauchte das einen Namen. Dass ausgerechnet ein Markenstreit diesen Namen populär gemacht hat, ist eine Geschichte, die so nur in Deutschland passieren konnte.
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Niemand hat die Black Week erfunden
Das klingt nach einer Übertreibung, ist aber der entscheidende Unterschied zu den anderen November-Events. Der Black Friday hat eine eigene Herkunftsgeschichte – Polizei-Slang aus Philadelphia, 1950er Jahre, der sich über Jahrzehnte verselbstständigt hat. Der Cyber Monday wurde 2005 in einer Pressemitteilung der US-Handelsvereinigung NRF getauft. Die Cyber Week geht auf die Amazon Cyber Monday Woche zurück, die 2012 aus einem einzelnen Tag eine volle Woche machte.
Die Black Week? Hat einfach angefangen. Kein Startschuss, kein Erfinder, kein Datum, an dem jemand beschlossen hätte, aus einem Tag eine Woche zu machen. Was passiert ist: Händler haben gemerkt, dass ein einzelner Freitag zu kurz ist. Zu viel Konkurrenz um zu wenig Aufmerksamkeit. Also startete einer einen Tag früher. Dann zwei. Dann eine ganze Woche. Der Rest hat nachgezogen. Circa 2015 hatte das Ganze einen Namen – und keiner konnte sagen, wer ihn als Erstes benutzt hat.
Das ist selten. Die meisten Marketing-Begriffe haben einen Urheber: jemanden, der in einem Büro saß, den Namen auf ein Whiteboard geschrieben hat und eine Pressemitteilung rausgeschickt hat. „Cyber Monday“ hat Ellen Davis von der NRF. „Prime Day“ hat Jeff Bezos‘ Team. „Singles Day“ hat Alibaba. „Black Week“ hat niemanden. Der Begriff ist die Summe von tausend Händlern, die unabhängig voneinander dasselbe getan haben – ihre Aktionen verlängert – und irgendwann denselben Namen dafür verwendet haben. Marketing ohne Marketingabteilung, wenn man so will. Oder: Es hat sich einfach so ergeben.
Warum „Black Week“ und nicht „Black Friday Woche“?
Hier wird es interessant. Beide Begriffe existieren parallel. „Black Friday Woche“ ist beschreibend – die Woche, in der der Black Friday liegt. „Black Week“ ist kürzer, eingängiger, und – das ist der Punkt – markenrechtlich unproblematisch. Denn zwischen 2013 und 2023 war „Black Friday“ in Deutschland als Wortmarke eingetragen. Händler, die den Begriff in ihrer Werbung verwendeten, riskierten Abmahnungen. Die ganze Geschichte steht im Artikel zur Herkunft des Black Friday.
„Black Week“ war nie geschützt. Der Begriff war ein juristischer Ausweg – kurz genug für Werbe-Banner, lang genug, um die Assoziation zu „Black Friday“ herzustellen, ohne das geschützte Wort zu verwenden. Manche Händler nutzten „Black Weeks“ (Plural), andere „Black Week Deals“, wieder andere „Black Sale Week“. Alles Varianten, die das Wort „Friday“ vermieden und trotzdem jeder verstand.
Seit dem BGH-Beschluss 2023, der die Marke „Black Friday“ endgültig für verfallen erklärt hat, dürfen Händler den Begriff wieder frei verwenden. Trotzdem ist „Black Week“ geblieben – weil es inzwischen ein eigenständiger Begriff ist, den Kunden kennen und nach dem sie suchen. 24.000 Suchanfragen pro Monat in Deutschland. Der Markenstreit hat die Black Week nicht nur populär gemacht, er hat sie als eigenständiges Konzept etabliert.
Normalerweise verschwinden Ausweichbegriffe, sobald das Original wieder verfügbar ist. „Black Week“ nicht. Der Grund: Es beschreibt inzwischen etwas anderes als „Black Friday“ – nicht einen Tag, sondern einen Zeitraum. Und Zeiträume lassen sich besser vermarkten, weil sie weniger Druck erzeugen. Das hat keiner so geplant.
Wann ist die Black Week? Termine bis 2030
Die Black Week beginnt am Montag der Thanksgiving-Woche und endet am Cyber Monday – also acht Tage, Montag bis Montag. In der Praxis starten manche Händler früher (Samstag oder sogar Freitag der Vorwoche), andere lassen ihre Deals bis Mittwoch nach dem Cyber Monday laufen.
| Jahr | Black Week |
|---|---|
| 2019 | 25. Nov. – 2. Dez. |
| 2020 | 23. Nov. – 30. Nov. |
| 2021 | 22. Nov. – 29. Nov. |
| 2022 | 21. Nov. – 28. Nov. |
| 2023 | 20. Nov. – 27. Nov. |
| 2024 | 25. Nov. – 2. Dez. |
| 2025 | 24. Nov. – 1. Dez. |
| 2026 | 23. Nov. – 30. Nov. |
| 2027 | 22. Nov. – 29. Nov. |
| 2028 | 20. Nov. – 27. Nov. |
| 2029 | 19. Nov. – 26. Nov. |
| 2030 | 25. Nov. – 2. Dez. |
Die Termine verschieben sich jedes Jahr, weil Thanksgiving immer auf den vierten Donnerstag im November fällt. Frühester möglicher Start der Black Week: 19. November (2029). Spätester: 25. November (2024, 2030). Die Black-Friday-Termine und Cyber-Monday-Termine stehen in den jeweiligen Ratgebern.
Nicht jeder Tag bringt dieselben Deals
Nicht jeder Tag der Black Week ist gleich. Es gibt ein Muster – kein festes Schema, aber eine Tendenz, die bei den meisten Händlern ähnlich aussieht.
Montag bis Donnerstag – passiert schon was?
Ja, aber gemächlich. Erste Angebote ab Montag, aber selten die Highlights. Eher Kategorie-Aktionen: 20 % auf Mode, 15 % auf Haushalt, Versandkostenfrei ab 30 Euro. Newsletter-Anmeldungen einsammeln, Kunden auf die Deal-Seite bringen. Ordentliche Rabatte, ja. Aber nicht die besten.
Ausnahme – und die ist wichtig: Manche Händler setzen am Montag oder Dienstag gezielt einen Blockbuster-Deal ein. Ein Fernseher für die Hälfte, ein Laptop 300 Euro unter Marktpreis. Limitiert auf wenige hundert Stück, innerhalb von Minuten vergriffen. Der Deal selbst bringt kaum Marge. Aber er erzeugt Schlagzeilen, die den Rest der Woche tragen. Das ist kein Zufall, sondern Kalkül – und der Grund, warum es sich lohnt, schon am Montag die Deal-Seiten im Auge zu behalten.
Dann wird es ernst
Black Friday und Cyber Monday. Blitzdeals, Countdown-Timer, limitierte Stückzahlen. Die zwei Tage, auf die der ganze November hinarbeitet. Kopfhörer, Saugroboter, Fernseher vom Vorjahr – Freitags-Kategorien. Software, Streaming, digitale Produkte laufen am Montag besser.
Freitag ist hektischer. Angebote wechseln im Stundentakt, beliebte Produkte verschwinden in Minuten. Montag: oft dieselben Rabatte, aber 24 Stunden statt zwei. Am Freitag arbeiten die meisten Deutschen ganz normal – der Montag ist die entspanntere Alternative. Nicht die schlechtere.
Dazwischen und danach
Das Wochenende zwischen Black Friday und Cyber Monday ist ruhiger, aber nicht tot. Ein Muster, das oft übersehen wird: Samstags und sonntags rotieren Händler ihre Angebote. Was am Freitag um 18 Uhr ausgelaufen ist, wird am Samstag durch etwas Neues ersetzt – nicht zwingend schlechter, nur anders. 20 Minuten am Sonntag durch die Deal-Seiten scrollen lohnt sich. Gelegentlich taucht da etwas auf, das am Freitag im Ansturm untergegangen ist.
Die Tage nach dem Cyber Monday (Dienstag, Mittwoch) bringen gelegentlich „stille Deals“ – Software, die Restbestände automatisch heruntersetzt, ohne dass jemand eine Werbemail verschickt. Ein bestimmtes Produkt im Auge? Bis Mittwoch prüfen. Danach normalisieren sich die Preise, und der nächste sinnvolle Rabatt-Termin ist der Januar-Ausverkauf.
5,9 Milliarden Euro – und ein Markenstreit als Geburtshelfer
Laut HDE (Handelsverband Deutschland) gaben Online-Shopper während der Black Week in Deutschland 2024 an Black Friday und Cyber Monday zusammen rund 5,9 Milliarden Euro aus. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 3,1 Milliarden – eine knappe Verdoppelung in fünf Jahren, trotz Inflation, Energiekrise und Kaufzurückhaltung dazwischen. Der Großteil davon fällt auf die Black Week – weil die meisten Händler nicht zwei einzelne Tage bewerben, sondern die gesamte Woche als eine Aktion fahren. Laut Statistischem Bundesamt lag der Online-Umsatz im November 2024 real 9,7 % über dem Vorjahresmonat – der mit Abstand stärkste Monat im ganzen Jahr. Der Haupttreiber: die Black Week.
Die eigentliche Geschichte dahinter ist aber nicht die Zahl, sondern der Weg dorthin. Die Black Week hat in Deutschland einen Geburtshelfer, den niemand eingeplant hatte: den Markenstreit um „Black Friday“.
Zwischen 2013 und 2023 war „Black Friday“ als Wortmarke eingetragen – und ab 2016 verschickte die Markeninhaberin (Super Union Holdings, Hongkong) Abmahnungen an Händler, die den Begriff in ihrer Werbung verwendeten. Google Ads sperrte „Black Friday“ als Keyword für deutsche Werbetreibende. Die Facebook-Seite von blackfriday.de wurde gelöscht. Händler standen vor einer absurden Situation: Den bekanntesten Rabatt-Begriff der Welt durften sie in Deutschland nicht benutzen. Das war 2016. Kein Witz.
Wer sich nicht daran hielt, bekam eine Abmahnung. Die Kosten: je nach Anwalt zwischen 1.500 und 5.000 Euro pro Verstoß. Für kleine Online-Shops war das existenzbedrohend, für große Ketten ärgerlich. Die Folge: Ein ganzes Land tippte um den Begriff herum, wie um ein Schlagloch auf der Autobahn.
Die Ausweichstrategie: „Black Week“. Der Begriff war nie geschützt, enthielt nicht das geschützte Wort „Friday“, und ließ sich auf Banner, Anzeigen und Newsletter drucken, ohne Post vom Anwalt zu riskieren. Was als juristischer Workaround begann, wurde zum eigenständigen Marketing-Konzept. Kunden lernten „Black Week“ als Synonym für die gesamte Rabattphase – und suchten fortan aktiv danach. 24.000 monatliche Suchanfragen, auch außerhalb des Novembers. Ein Begriff, der nur existiert, weil ein anderer verboten war.
Ironischerweise hat der Markenstreit genau das Gegenteil von dem bewirkt, was die Markeninhaberin beabsichtigt hatte. Statt den Begriff „Black Friday“ zu monopolisieren und Lizenzgebühren zu kassieren, hat die Abmahnwelle dafür gesorgt, dass ein Alternativbegriff entstand, den niemand kontrolliert. Die Black Week gehört allen – oder niemandem. Wenn das keine Ironie ist.
Die vollständige Chronologie des Markenstreits mit allen Gerichtsurteilen steht bei blackfriday.de. Die Kurzfassung: 2013 Eintragung, 2016 Abmahnwelle, 2018 DPMA-Löschung, 2022 Kammergericht Berlin bestätigt Verfall, 2023 BGH weist Beschwerde ab → endgültig gelöscht. Zehn Jahre Rechtsstreit um zwei Wörter.
Offiziell eine Woche, praktisch zwei
Die Frage „wie lange geht die Black Week“ hat keine einfache Antwort, was an sich schon absurd ist – eine Woche sollte sieben Tage dauern, so steht es im Namen. Tut sie aber nicht. Die „offizielle“ Black Week dauert acht Tage – Montag bis Montag (Cyber Monday). In der Praxis dehnen viele Händler den Zeitraum auf zehn bis vierzehn Tage aus, mit „Pre-Black-Week-Deals“ ab Mitte November und „Extended Cyber Week“-Angeboten bis Anfang Dezember. Woche. Klar.
Eine kurze Chronologie der Ausdehnung: 2013 war der Black Friday in Deutschland ein einzelner Tag. 2016 eine lange Woche. 2020 – COVID-Jahr, alles online, Läden zu – starteten die ersten Händler zehn Tage vorher, weil der physische Black-Friday-Ansturm ausfiel und der gesamte Umsatz online kompensiert werden musste. Das war der Moment, in dem die Black Week endgültig länger als eine Woche wurde. 2025 waren es knapp zwei Wochen, mit Pre-Deals ab dem 17. November. Der Trend ist linear und hat noch nicht aufgehört.
Für Leute mit einer konkreten Wunschliste ist das praktisch – mehr Zeit, weniger Druck, bessere Vergleichsmöglichkeit. Problem ist eher das ziellose Scrollen durch Deal-Listen. Zwei Wochen statt drei Tage = mehr Gelegenheiten, Dinge zu kaufen, die vorher nicht auf der Liste standen. Das ist kein Bug, das ist ein Feature – aus Sicht der Händler jedenfalls.
Was hilft: Wunschliste vorher anlegen, Normalpreise kennen, am Freitag und Montag gezielt schauen. Die Black Friday Tipps gelten unabhängig davon, wie lang die Aktionsphase dauert. Angebot verdächtig günstig? Fake-Shops erkennen. Der Spar-Kalender zeigt, welcher Monat für welche Kategorie generell am günstigsten ist – manchmal ist das nicht November, sondern der langweilige Januar.
Black Weeks, Black Friday Week, Black Sale – alles dasselbe?
Ja. Nächste Frage. Aber weil Google das trotzdem als verschiedene Suchanfragen zählt: „Black Weeks“ (Plural) und „Black Week“ (Singular) meinen dasselbe. „Black Friday Week“ auch – gleicher Zeitraum, nur mit dem Freitag im Namen. Seit 2023 verwenden manche Händler wieder „Black Friday Woche“, andere bleiben bei „Black Week“. Die meisten nutzen beides, je nachdem, welche Abteilung gerade den Banner designt.
Daneben gibt es „Black Deals“, „Black Sale“, „Black Shopping Week“ und was immer sich eine Marketing-Abteilung nach dem dritten Kaffee ausdenkt. Alles dasselbe. „Blackweek“ (zusammen, ohne Leerzeichen) ist ein Tippfehler, funktioniert trotzdem.
Ein Sonderfall: die Kombination mit Händlernamen. Viele Kunden suchen „Amazon Black Week“, „Mediamarkt Black Week“ oder „Samsung Black Week“ – obwohl Amazon seine Aktion offiziell „Black Friday Woche“ nennt und Samsung gar keinen eigenen Namen dafür hat. „Black Week“ hat sich als Gattungsbegriff etabliert, den Kunden auf jeden Händler anwenden, egal wie der seine Aktion tatsächlich nennt. Wie „Tempo“ für Taschentücher. Nur für Rabattwochen.
Die Black Week Deals-Seite sammelt die aktuellen Angebote.
Die letzten zwei Black Weeks
Zwei Jahre, zwei unterschiedliche Stimmungen. Black Week 2024 war die erste Saison komplett ohne Markenstreit. Der BGH hatte im Juni 2023 die Wortmarke endgültig gelöscht, und 2024 war das bei allen Händlern angekommen. Ergebnis: Die aggressivste Bewerbung der Black Week, die Deutschland bis dahin gesehen hatte. Mehr Banner, mehr Newsletter, mehr Google-Ads-Kampagnen mit „Black Friday“ und „Black Week“ parallel im Titel. Die Omnibus-Richtlinie (niedrigster Preis der letzten 30 Tage muss angezeigt werden) zeigte Wirkung – aufgeblähte Streichpreise waren seltener als in den Vorjahren, wenn auch nicht verschwunden. Der 30-Tage-Preis neben dem Streichpreis war der schnellste Weg, echte Deals von Kosmetik zu unterscheiden.
Was 2024 besonders auffiel: Kopfhörer und Saugroboter waren wieder die Gewinner. Sind sie immer. Die Rabatte in diesen Kategorien sind erfahrungsgemäß ehrlich – 20-40 % unter dem realen Marktpreis, nicht unter einem aufgeblähten UVP. Mode? Höhere Nachlässe (30-50 %), aber Mode wird auch im März, Juni und September reduziert. Ein Black-Week-Kleid ist nur dann ein Deal, wenn man es auch im Februar gekauft hätte.
Apple ist ein eigenes Thema. 5-10 % Rabatt, wie jedes Jahr, wie nächstes Jahr, wie vermutlich auch 2035. Apple kontrolliert seine Preise enger als jeder andere Hersteller. AirPods und ältere iPads – da reduzieren Händler über eigene Marge. Beim iPhone und MacBook hilft kein November, da hilft nur Geduld bis zum nächsten Generationswechsel.
Die Black Week 2025 lief vom 24. November bis 1. Dezember. Und sie bestätigte etwas, das sich 2024 angedeutet hatte, jetzt aber nicht mehr zu übersehen war: Die Black Week frisst den Black Friday. Nicht in dem Sinne, dass der Freitag unwichtiger wird – er bleibt der Umsatz-Höhepunkt. Aber die Tage davor und danach holen auf. Manche Händler starteten am 17. November mit ersten Aktionspreisen, also eine volle Woche vor dem offiziellen Beginn. „Pre-Black-Week-Deals“ als Appetizer, bevor die Hauptaktion startet. Kommt einem bekannt vor – Amazon hat das mit der „Countdown-Woche“ 2013 vorgemacht, und der Rest der Branche hat es zehn Jahre später übernommen.
Laut Adobe wuchs der Black Friday 2025 in den USA mit 9,1 %, der Cyber Monday mit 7,1 %, aber das Black-Friday-Wochenende (Samstag und Sonntag) mit 8,7 %. Die Nebentage holen auf. Die gesamte Cyber Week 2025 (Thanksgiving bis Cyber Monday) kam auf 44,2 Milliarden Dollar – ein Plus von 7,7 %. Der Trend: Nicht der Freitag wird stärker, sondern die Tage drumherum werden weniger schwach. Klingt nach demselben Ergebnis, ist aber ein anderer Mechanismus – und erklärt, warum die Black Week als Konzept gewinnt, während der einzelne „Black Friday“ relativ an Gewicht verliert.
Was 2025 außerdem auffiel: AI-gestützte Shopping-Tools. Der Traffic von KI-Chatbots und KI-Browsern auf US-Einzelhandelsseiten stieg am Black-Friday-Wochenende laut Adobe um 670 % gegenüber dem Vorjahr. Die Basis ist noch klein, aber die Richtung ist klar: Preisvergleiche per Chatbot werden in den nächsten Jahren Standard. Für die Black Week bedeutet das: Händler, die Streichpreise aufblähen, bekommen schneller Gegenwind – nicht von Verbraucherschützern, sondern von Algorithmen, die den Kunden in Echtzeit sagen, ob der Preis stimmt. Die Kombination aus Omnibus-Richtlinie (gesetzliche Pflicht, den 30-Tage-Preis anzuzeigen) und AI-Shopping-Tools (praktische Möglichkeit, den Preis in Sekunden zu prüfen) wird die Black Week transparenter machen. Ob das zu besseren Deals führt oder nur zu ehrlicheren Streichpreisen, bleibt offen. Beides wäre ein Fortschritt.
Zwei Wochen, ein Aktionszeitraum – die Abgrenzung zur Cyber Week
Die Kurzantwort: Es gibt kaum noch einen Unterschied. Die Black Week bezeichnete mal die Woche, in der der Black Friday liegt, die Cyber Week die Woche danach. Schöne Trennung. Hat ungefähr drei Jahre gehalten.
2025 bewarb ein großer Elektronik-Händler dieselbe Aktion parallel als „Black Week Deals“ (Startseite), „Cyber Week Angebote“ (Google-Anzeige) und „Black Friday Sale“ (App-Benachrichtigung). Drei Labels, ein Aktionszeitraum, identische Produkte. Identische Preise. Drei verschiedene Marketing-Abteilungen, die sich offenbar nicht abgesprochen haben – oder denen es schlicht egal war.
Die Verwirrung ist gewollt. Nicht im Sinne einer Verschwörung, eher im Sinne von: Je mehr Begriffe kursieren, desto öfter können Händler „Event-Preise“ ausrufen. Black Week, Cyber Week, Black Friday, Cyber Monday, Black Friday Week, Cyber Monday Week, Black Sale, Cyber Sale, und vermutlich irgendwann auch „Dark Thursday“ und „Discount Dienstag“. Alles Variationen desselben Themas. Für Käufer komplett irrelevant. Was zählt: Freitag und Montag sind die Spitzentage. Alles drumherum ist nützliches Beiwerk, weil es mehr Zeit zum Vergleichen gibt.
Es gibt genau einen Fall, in dem die Unterscheidung noch eine Rolle spielt: wenn ein Händler explizit unterschiedliche Deals für „Black Week“ und „Cyber Week“ anbietet – also tatsächlich zwei Aktionsphasen mit unterschiedlichen Produkten fährt. Kommt vor. Selten. Ausführlich: Cyber Week Geschichte.
Wird die Black Week zum Black November?
Wahrscheinlich. Die Aktionszeiträume werden jedes Jahr länger. 2013 war der Black Friday in Deutschland ein einzelner Tag. 2018 war es eine Woche. 2025 waren es elf Tage – und manche Händler starteten noch früher. Wenn sich das Muster fortsetzt, wird der gesamte November ab circa 2028 eine durchgehende Rabattphase sein.
Das ist keine Prognose, sondern eine Extrapolation dessen, was bereits passiert. Ähnlich wie der Singles Day in China, der längst keine 24 Stunden mehr ist, wird der Black Friday in Deutschland zum symbolischen Mittelpunkt eines Monats voller Aktionspreise. Der Name „Black Week“ wird dann entweder durch „Black November“ ersetzt – oder er bleibt als Bezeichnung für die intensivste Phase innerhalb des Aktionszeitraums bestehen. Beide Szenarien sind plausibel.
Ob das zu besseren oder schlechteren Deals führt – keine Ahnung. Wahrscheinlich zu keinem von beidem. Händler werden ihre Margen nicht freiwillig opfern, nur weil sie jetzt zwei Wochen statt drei Tage haben. Was sich ändert: Die Hektik nimmt ab, weil die Deals nicht alle auf einen Freitag fallen. Ob das zu weniger Fehlkäufen und weniger Retouren führt, darüber streiten Handelsexperten seit Jahren. Händler hoffen es – Retouren fressen Marge. Die Omnibus-Richtlinie sorgt immerhin dafür, dass die Streichpreise transparenter werden. Ob sie auch ehrlich werden, ist eine andere Frage.
Ein Detail, das oft übersehen wird: Die Verlängerung der Black Week nützt nicht allen Käufern gleich. Mit konkreter Wunschliste – Saugroboter, Kopfhörer, Fernseher – ist mehr Zeit ein Vorteil. Mehr Vergleichsmöglichkeit, weniger Druck. Ohne Wunschliste ist es eine Falle. Längere Aktionen produzieren höhere Gesamtumsätze, auch wenn der Umsatz pro Tag sinkt. Händler wissen das. Die verlängern nicht aus Nächstenliebe. Die Black Friday Tipps gelten unabhängig davon, wie lang die Aktionsphase dauert, und unabhängig davon, ob das Kind 2028 noch „Black Week“ heißt oder schon „Black November“.
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Häufige Fragen zur Black Week
Wann ist die Black Week 2026?
Die Black Week 2026 läuft voraussichtlich vom 23. bis 30. November 2026. Der Black Friday fällt auf den 27. November, der Cyber Monday auf den 30. November. Alle Deals gibt es auf der Black Week Deals-Seite.
Wann ist die Black Week 2027?
Die Black Week 2027 läuft voraussichtlich vom 22. bis 29. November.
Wie lange geht die Black Week?
Offiziell acht Tage – von Montag bis zum darauffolgenden Montag (Cyber Monday). In der Praxis dehnen viele Händler ihre Aktionen auf zehn bis vierzehn Tage aus.
Was ist der Unterschied zwischen Black Week und Black Friday?
Der Black Friday ist ein einzelner Tag (Freitag nach Thanksgiving), die Black Week ist die gesamte Rabattwoche drumherum. Der Black Friday ist der Höhepunkt der Black Week.
Wann startet die Black Week?
Am Montag der Thanksgiving-Woche. Manche Händler starten früher – 2025 begannen einige bereits am 17. November mit ersten Aktionspreisen.
Wann beginnt die Black Week bei Amazon?
Amazon nennt seine Aktion „Black Friday Woche“ (früher „Cyber Monday Woche“). Der Zeitraum deckt sich mit der Black Week – Montag bis Cyber Monday. Genaue Startdaten variieren jährlich, liegen aber immer in der Thanksgiving-Woche.
Was ist der Unterschied zwischen Black Week und Cyber Week?
Ursprünglich bezeichnete Black Week die Woche des Black Friday und Cyber Week die Woche danach. Inzwischen verwenden die meisten Händler beide Begriffe synonym. Ausführlich erklärt: Cyber Week Geschichte.
Seit wann gibt es die Black Week in Deutschland?
Der Begriff verbreitete sich ab circa 2015, als Händler ihre Black-Friday-Deals auf eine volle Woche ausdehnten. Beschleunigt wurde die Verbreitung durch den Markenstreit um „Black Friday“ (2016–2023), der viele Händler dazu brachte, auf den nicht geschützten Begriff „Black Week“ auszuweichen.
Lohnt sich die Black Week?
Für Elektronik, Kopfhörer, Saugroboter, Streaming-Geräte und Mode bietet die Black Week erfahrungsgemäß die stärksten Rabatte des Jahres. Entscheidend: Normalpreis vorher kennen. Die Black Friday Tipps gelten für die gesamte Woche.
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