Der Cyber Monday ist der Montag nach dem Black Friday – und damit offiziell der letzte große Rabatt-Tag vor Weihnachten. In den USA war er 2025 mit 14,25 Milliarden Dollar Online-Umsatz der umsatzstärkste E-Commerce-Tag aller Zeiten. In Deutschland ist er weniger dominant, aber alles andere als irrelevant – besonders für Software, Streaming-Abos und digitale Produkte, wo die Rabatte am Montag teilweise stärker ausfallen als am Freitag.
Was die meisten nicht wissen: Der Cyber Monday wurde am Reißbrett erfunden. Kein organisches Phänomen wie der Black Friday, kein gewachsener Brauch. Eine Pressemitteilung, ein eingängiger Name, ein Datum. Fertig war der Feiertag. Das war 2005. Und der Grund für die Wahl des Montags ist so absurd, dass er allein die Lektüre wert ist.
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Eine Pressemitteilung erfindet einen Feiertag
November 2005. Shop.org, der Online-Arm des amerikanischen Einzelhandelsverbands NRF (National Retail Federation), veröffentlicht eine Pressemitteilung. Darin steht: Der Montag nach Thanksgiving sei einer der stärksten Online-Shopping-Tage des Jahres. 77 % der befragten Online-Händler hätten im Vorjahr einen deutlichen Umsatzanstieg an diesem Tag beobachtet. Der Name, den die NRF dem Phänomen gab: Cyber Monday.
Hinter dem Begriff standen Ellen Davis und Scott Silverman von der NRF. Die Idee war simpel: Der Black Friday gehörte dem stationären Handel – Schlangen vor Läden, Doorbusters, Menschenmassen. Der Online-Handel brauchte seinen eigenen Tag. Und der Montag bot sich an, weil die NRF seit 2003 beobachtet hatte, dass die Online-Umsätze am Montag nach Thanksgiving jedes Jahr sprunghaft stiegen.
Warum ausgerechnet der Montag?
Die Erklärung klingt aus heutiger Sicht fast komisch: 2005 hatten die meisten US-Haushalte kein schnelles Internet zu Hause. DSL war teuer, Breitband nicht flächendeckend verfügbar, Smartphones gab es noch nicht. Was es gab: Büro-PCs mit schneller Internetleitung. Am Montag nach dem langen Thanksgiving-Wochenende kehrten Millionen Arbeitnehmer ins Büro zurück – und bestellten dort die Produkte, die sie am Black Friday in den Prospekten und Schaufenstern gesehen hatten.
Das ist die offizielle Erklärung. Die inoffizielle dürfte simpler sein: Montag, Schreibtisch, gelangweilt, Computer mit schnellem Internet. Weihnachten rückt näher, die Geschenkeliste ist noch leer. Reicht als Erklärung.
Heute wirkt die ganze Prämisse absurd. Schnelles Internet zu Hause ist selbstverständlich, Smartphones sind überall, man kann vom Sofa aus in drei Sekunden bestellen. Der Grund, warum der Cyber Monday erfunden wurde – langsames Heim-Internet –, existiert seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Der Tag hat seinen Anlass überlebt. Warum er trotzdem funktioniert? Vermutlich weil er inzwischen sein eigenes Momentum hat, und weil Händler einen zweiten Umsatz-Spike nach dem Freitag brauchen, egal wie der heißt.
War der Cyber Monday echt – oder nur Marketing?
Beides. Das Muster – Umsatzspitze am Montag – existierte bereits vor 2005. Die NRF hat es nicht erfunden, sondern benannt. Und genau das hat funktioniert. Medien griffen den Begriff sofort auf, Händler übernahmen ihn für ihre Werbekampagnen, und innerhalb weniger Jahre war „Cyber Monday“ ein fester Bestandteil des Shopping-Kalenders.
Der Unterschied zum Black Friday ist aufschlussreich: Der Black Friday entstand organisch in den 1950er Jahren – Polizei-Slang aus Philadelphia, der sich verselbstständigte. Der Cyber Monday wurde 2005 in einer Pressemitteilung getauft. Der eine ist gewachsen, der andere wurde gemacht. Dass beide heute gleichberechtigt nebeneinanderstehen, zeigt, wie mächtig ein guter Name ist.
Und es zeigt noch etwas: Man kann einen Shopping-Feiertag erfinden. Das hat die gesamte Branche verstanden. Der Prime Day (2015), der Singles Day (2009 in China), die Frühlingsangebote – alles Nachahmer des Cyber-Monday-Prinzips. Nimm ein Datum, gib ihm einen Namen, wiederhole es jedes Jahr. Irgendwann glauben alle, es hätte schon immer existiert.
Wie der Cyber Monday nach Deutschland kam
Amazon brachte den Cyber Monday 2010 nach Deutschland. 30 Produkte, ein Tag, bis zu 80 % Rabatt. Server kaputt. Die Details – wer sie will – stehen im Artikel zur Entstehung der Cyber Week. Hier nur die Kurzfassung, weil die deutsche Cyber-Monday-Geschichte untrennbar mit der Cyber-Week-Entstehung verknüpft ist.
Was in Deutschland anders lief als in den USA: Der Black Friday war hier von Anfang an ein Online-Event (Apple 2006, breiterer Markt ab 2013). Es gab nie die stationäre Tradition, aus der der Cyber Monday als Online-Gegenstück hätte hervorgehen können. In Deutschland war der Cyber Monday deshalb nie das Gegenstück zum Black Friday, sondern seine Verlängerung. Der Freitag war schon online – der Montag war einfach ein zweiter Online-Tag.
Das erklärt, warum der Cyber Monday in Deutschland eine deutlich kleinere Rolle spielt als in den USA. Laut Branchenangaben lag der Pro-Kopf-Umsatz am Cyber Monday 2016 in Deutschland bei 120 Euro – der Black Friday kam auf 170 Euro. In den USA ist das Verhältnis umgekehrt: Der Cyber Monday übertrifft den Black Friday beim Online-Umsatz regelmäßig.
Noch ein deutscher Sonderweg: Der Markenstreit um „Black Friday“ hat indirekt auch den Cyber Monday betroffen. Zwischen 2016 und 2023 war „Black Friday“ in Deutschland markenrechtlich umstritten – manche Händler wichen deshalb auf „Cyber Monday“ als Bezeichnung für ihre gesamte November-Aktion aus, obwohl die Deals am Freitag starteten. Das hat den Cyber Monday in Deutschland kurzfristig sichtbarer gemacht, als er ohne den Streit gewesen wäre. Seit der BGH die Marke 2023 endgültig gelöscht hat, ist dieser Effekt wieder verschwunden.
Nebenbei, weil es auffällt: „Cybermonday“ (zusammen, 1.100 Suchanfragen/Monat), „Cyber Montag“ (200) und „Cyber-Monday“ (mit Bindestrich) – alles wird gesucht, alles führt zum selben Ergebnis. Google erkennt die Synonyme. Im Deutschen ist „Cyber Monday“ die gängige Schreibweise, zwei Wörter, ohne Bindestrich. Und wer „was ist Cyber Monday“ googelt (400 SV), sucht in den allermeisten Fällen nicht nach einer Definition, sondern nach Deals. Die Cyber Monday Deals-Seite beantwortet die eigentliche Frage.
Was bleibt: Der Cyber Monday ist in Deutschland ein reines E-Commerce-Event ohne kulturelle Verankerung. Kein Feiertag davor, kein Familien-Wochenende, kein Ritual. Einfach ein Montag mit Rabatten. Klingt ernüchternd – ist aber der Grund, warum die Deals hier oft ehrlicher sind als in den USA. Dort kaufen die Leute am Cyber Monday, weil der Tag so heißt und es sich so gehört. Hier kauft niemand aus Tradition. Die Deals müssen tatsächlich gut sein, sonst bleibt der Warenkorb leer. Das ist kein Nachteil. Das ist ein Filter.
Wann ist der Cyber Monday? Termine bis 2030
Der Cyber Monday fällt immer auf den Montag nach dem vierten Donnerstag im November (Thanksgiving in den USA). Rechnerisch liegt er zwischen dem 26. November und dem 2. Dezember.
| Jahr | Cyber Monday |
|---|---|
| 2019 | 2. Dezember |
| 2020 | 30. November |
| 2021 | 29. November |
| 2022 | 28. November |
| 2023 | 27. November |
| 2024 | 2. Dezember |
| 2025 | 1. Dezember |
| 2026 | 30. November |
| 2027 | 29. November |
| 2028 | 27. November |
| 2029 | 26. November |
| 2030 | 2. Dezember |
Alle Black-Friday-Termine stehen im eigenen Ratgeber. Die Cyber-Week-Termine ebenfalls.
Was kommt nach dem Black Friday?
Wird überraschend oft gefragt. Vermutlich von Leuten, die den Freitag verpasst haben. Gute Nachricht: Es gibt noch Chancen. Und nicht nur eine.
Die Timeline für 2026:
Black Friday: 27. November (Freitag) → Wochenende: 28.–29. November (Deals laufen weiter) → Cyber Monday: 30. November (Montag, oft mit eigenen Deals) → Restliche Cyber Week: 1.–4. Dezember (Deals laufen langsam aus) → Ab 5. Dezember: Normalpreise.
Entscheidend ist der Zeitpunkt: Die stärksten Rabatte nach dem Black Friday gibt es am Cyber Monday. Am Dienstag und Mittwoch danach läuft die Aktion bei vielen Händlern noch, aber mit abnehmender Intensität. Ab dem zweiten Dezember-Wochenende sind die meisten Aktionen vorbei – es sei denn, ein Händler hat noch Restbestände, die weg müssen. Ein Muster, das sich in den letzten Jahren verfestigt hat: Die Tage nach dem Cyber Monday (Dienstag bis Donnerstag der ersten Dezember-Woche) bringen gelegentlich „stille Deals“ – Angebote, die nirgends groß beworben werden, aber im Shop mit reduziertem Preis stehen. Das sind keine geplanten Aktionen, sondern Algorithmen, die Restbestände automatisch heruntersetzen. Wer ein bestimmtes Produkt verfolgt, prüft bis Mittwoch nach dem Cyber Monday – danach normalisieren sich die Preise endgültig. Wer auch außerhalb des Novembers nach Rabatten sucht: Spar-Kalender.
Die letzten zwei Cyber Mondays
2024 war der erste Cyber Monday, an dem der Begriff „Black Friday“ in Deutschland komplett frei war – kein Markenstreit mehr, kein Abmahn-Risiko, nichts. Und man merkte es sofort. Offensivere Bewerbung, mehr Händler mit expliziten Cyber-Monday-Aktionen statt nur „verlängerter Black Friday“. Die Deals unterschieden sich kaum vom Freitag – aber die Verfügbarkeit war besser, weil der erste Ansturm vorbei war. Wer am Black Friday leer ausgegangen war, hatte am Montag reale Chancen auf dasselbe Produkt zum selben Preis. Nicht garantiert, aber deutlich wahrscheinlicher als in den Jahren davor.
November 2025 bestätigte ein Muster: Die Rabatte am Cyber Monday lagen bei Software, Streaming und digitalen Produkten teilweise über dem Black-Friday-Niveau. Bei Technik-Hardware war es umgekehrt. Der Black Friday bleibt für physische Produkte der stärkere Tag, der Cyber Monday hat seine Nische bei allem Digitalen. Laut Adobe kauften am Cyber Monday 2025 in den USA 75,9 Millionen Menschen online ein – deutlich mehr als die 64,4 Millionen im Vorjahr. In Deutschland fehlen vergleichbar granulare Daten, aber der Trend ist derselbe: mehr Käufer, längere Aktionszeiträume, verschwimmende Grenzen zwischen den einzelnen Tagen.
Ein Trend, der 2025 erstmals richtig sichtbar wurde: AI-gestützte Shopping-Tools. Laut Adobe stieg der Traffic von KI-Chatbots und KI-Browsern auf US-Einzelhandelsseiten am Cyber Monday 2025 um 670 % gegenüber dem Vorjahr. Die Basis ist noch klein, aber die Richtung ist klar: Preisvergleiche per Chatbot werden in den nächsten Jahren zur Normalität. Was das für Käufer bedeutet: bessere Deals finden, schneller. Was das für Händler mit aufgeblähten Streichpreisen bedeutet: Probleme.
Beide Jahre zeigen auch: Die Grenze zwischen Black Friday und Cyber Monday löst sich auf. Viele Händler fahren durchgehend Aktionspreise – ob es „Black Friday Deal“ oder „Cyber Monday Angebot“ draufsteht, ist am Ende eine Entscheidung der Marketing-Abteilung, nicht der Einkaufsabteilung.
Was sich bei den Kategorien abzeichnet: Laut Adobe waren am Cyber Monday 2025 in den USA Bluetooth-Kopfhörer und Lautsprecher die Spitzenreiter (Umsatz 1.850 % über dem Oktober-Niveau), gefolgt von Spielekonsolen (1.800 %), Kühlschränken (1.700 %) und Smart-Home-Produkten (1.450 %). Die Zahlen sind US-Daten, aber die Kategorien decken sich mit dem, was auch in Deutschland am Black-Friday-Wochenende gefragt ist. Der Unterschied: In den USA kaufen die Leute Kühlschränke am Cyber Monday. In Deutschland eher nicht – hier dominieren Kopfhörer, Saugroboter und Streaming-Geräte. Großgeräte werden hierzulande eher im Januar-Ausverkauf oder bei gezielten Einzelaktionen günstiger.
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14,25 Milliarden Dollar – ein Tag
So viel gaben US-Kunden am Cyber Monday 2025 allein online aus. Laut Adobe Analytics ein Plus von 7,1 % gegenüber dem Vorjahr. In den Spitzenzeiten zwischen 20 und 22 Uhr wurden 16 Millionen Dollar pro Minute ausgegeben. Pro Minute. Das ist ein Betrag, den mancher Online-Shop im ganzen Jahr nicht umsetzt – und der in den USA in 60 Sekunden durch die Kassen fließt.
Der Cyber Monday ist damit der umsatzstärkste E-Commerce-Tag aller Zeiten – jedes Jahr aufs Neue. Seit 2022 bricht er seinen eigenen Rekord. 2005, im Geburtsjahr, lag der Umsatz bei geschätzt 600 Millionen Dollar. Fünfzehn Jahre und eine Pandemie später waren es 10,8 Milliarden. Nochmal fünf Jahre: 14,25 Milliarden. Der COVID-Sprung 2020 hat das Wachstum nicht ausgelöst, aber um Jahre beschleunigt – ein Effekt, der nie wieder zurückgegangen ist.
Allerdings holt der Black Friday auf: 11,8 Milliarden Dollar am Black Friday 2025, mit 9,1 % Wachstum gegenüber den 7,1 % des Cyber Monday. Zum zweiten Mal in Folge wächst der Freitag schneller als der Montag. Adobe-Analyst Vivek Pandya führt das auf aggressivere Frühdeals zurück – Händler starten ihre Aktionen immer früher, was dem Freitag mehr Gewicht gibt.
Die gesamte Cyber Week 2025 (Thanksgiving bis Cyber Monday) kam laut Adobe auf 44,2 Milliarden Dollar – ein Plus von 7,7 %. Der Cyber Monday allein macht ein Drittel davon aus. Was das für Deutschland heißt? Schwer zu sagen, weil es keine vergleichbar detaillierten Daten gibt. Laut Statistischem Bundesamt lag der Online-Umsatz im November 2024 real 9,7 % über dem Vorjahr – der stärkste Monat im ganzen Jahr.
Der Cyber Monday ist also noch der größte Tag. Aber die Lücke schrumpft, und die Black Week als Gesamtereignis wird wichtiger als jeder einzelne Tag darin. Ob der Montag in fünf Jahren noch vorn liegt – dazu weiter unten mehr.
Freitag oder Montag – wo sind die besseren Deals?
Drei Tage liegen dazwischen. Black Friday ist Freitag, Cyber Monday ist Montag, und am Wochenende laufen die meisten Deals weiter.
2005 war die Trennung noch sauber: Black Friday = Laden, Cyber Monday = Internet. 2026 ist das Quatsch – beide Tage sind Online-Events, zumindest in Deutschland, wo der Black Friday nie ein Laden-Event war.
Was Käufer tatsächlich interessieren sollte: Der Black Friday hat erfahrungsgemäß die stärkeren Deals bei physischen Produkten. Elektronik, Kopfhörer, Saugroboter, Fernseher – die stärksten Rabatte des Jahres fallen in diesen Kategorien erfahrungsgemäß auf den Freitag. Der Cyber Monday punktet woanders: Software, Streaming-Abos, digitale Produkte, Dienstleistungen. Das liegt an der Herkunft – Online-Händler haben den Cyber Monday für sich reklamiert, und digitale Produkte sind im Online-Handel zu Hause.
Ein Unterschied, der oft übersehen wird: Die Blitzangebote am Black Friday wechseln schneller. Wer am Freitag 30 Minuten zu spät kommt, sieht „ausverkauft“. Am Cyber Monday laufen viele Deals 24 Stunden oder länger. Weniger Hektik, mehr Zeit. Wer am Freitag arbeiten muss – in Deutschland ein normaler Arbeitstag – hat am Montag nochmal die Gelegenheit. Und im Gegensatz zum Black Friday in den USA, wo der Freitag nach Thanksgiving für viele frei ist, müssen deutsche Arbeitnehmer am Black Friday ganz normal ins Büro. Der Cyber Monday fällt dann auf den folgenden Montag – ebenfalls ein Arbeitstag, aber die Deals laufen länger und man kann in Ruhe in der Mittagspause zuschlagen.
Noch ein Unterschied, der 2025 erstmals in den Daten aufgetaucht ist: Buy Now Pay Later (BNPL). Laut Adobe überschritten die BNPL-Einkäufe am Cyber Monday 2025 erstmals die Milliarden-Grenze – 1,03 Milliarden Dollar in einer einzigen Zahlungsmethode an einem einzigen Tag. 79 % davon über Smartphones. Der Cyber Monday ist offenbar der Tag, an dem Käufer eher zu Ratenzahlung greifen als am Black Friday – vermutlich weil am Montag die teureren, überlegteren Käufe stattfinden, während am Freitag die Impulskäufe dominieren.
In Deutschland ist BNPL über Klarna und PayPal schon länger verbreitet, aber die Konzentration auf den Cyber Monday dürfte ähnlich sein. Wer am Freitag spontan Kopfhörer für 80 Euro kauft, zahlt sofort. Wer am Montag einen Kaffeevollautomaten für 400 Euro bestellt, greift eher zu „in 3 Raten zahlen“. Das ist kein Zufall – das ist der Unterschied zwischen Impuls und Plan. Und es erklärt, warum der durchschnittliche Warenkorbwert am Cyber Monday in den USA höher liegt als am Black Friday, obwohl der Gesamtumsatz (noch) niedriger ist.
Ausführlicher Vergleich: Cyber Monday vs. Black Friday.
Digital ja, physisch bedingt
Lohnt sich der Cyber Monday in Deutschland? Hängt davon ab, was auf der Wunschliste steht.
Software-Lizenzen, Streaming-Abos, Cloud-Speicher, App-Abonnements – bei digitalen Produkten lohnt sich der Cyber Monday fast immer. Die Nachlässe sind dort oft stärker als am Black Friday, weil digitale Produkte kein Lagerproblem haben. Kein LKW, kein Regal, keine Verfügbarkeitsgrenze. Wer ein Jahresabo abschließen will, wartet auf den Montag.
Bei Technik-Hardware sieht es anders aus. Wer am Black Friday etwas Bestimmtes verpasst hat – ausverkauft, keine Zeit, unentschlossen – findet am Cyber Monday manchmal denselben Deal nochmal. Manchmal aber auch nicht. Kopfhörer, Saugroboter, Konsolen: nach dem Black-Friday-Wochenende oft vergriffen. Wer offen ist und einfach einen guten Deal sucht, findet am Montag aber Restbestände zu Black-Friday-Preisen – mit dem Vorteil, dass die Hektik vorbei ist und die Entscheidung nicht in fünf Minuten fallen muss.
Die Omnibus-Richtlinie hilft bei der Einordnung: Seit 2022 müssen Händler den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage neben dem Streichpreis anzeigen. Wer das beachtet, erkennt schnell, ob ein Cyber-Monday-Deal echt ist oder nur ein umdekorierter Normalpreis.
Black Friday Tipps gelten genauso am Montag. Und wer ein Angebot findet, das verdächtig gut klingt: Fake-Shops erkennen.
Schrumpft der Vorsprung – oder der Tag selbst?
In den USA: Der Cyber Monday wächst – aber der Black Friday wächst schneller. 2025 legte der Freitag 9,1 % zu, der Montag 7,1 %. Zum zweiten Mal in Folge. Der Trend geht zur gesamten Cyber Week als einheitlichem Aktionszeitraum, in dem Freitag und Montag die Spitzen sind, aber kein einzelner Tag das Event definiert.
In Deutschland war der Cyber Monday nie so dominant wie in den USA. Ohne die stationäre Black-Friday-Tradition fehlte das Gegenstück, das den Online-Montag zum Kontrapunkt gemacht hätte. Der Cyber Monday ist hier der zweite Aufschlag – nützlich für alle, die am Freitag nicht zugeschlagen haben, aber kein eigenständiges Event mit eigener Identität.
Was sich ändert: Die Aktionszeiträume werden länger. 2010 war der Cyber Monday ein einzelner Tag. 2025 war er der Höhepunkt einer elftägigen Rabattphase. Irgendwann wird er nur noch ein Datum in einem durchgehenden „Black November“ sein. Aber – und das ist der Punkt – ein Datum, das immer noch mehr Online-Umsatz generiert als jeder andere Montag im Jahr. Deutlich mehr. Solange das so bleibt, ist der Cyber Monday nicht tot. Er ist nur nicht mehr allein.
Eine Prognose, die sich aus den Daten ablesen lässt: Wenn der Black Friday weiter mit 9 % wächst und der Cyber Monday mit 7 %, wird der Freitag den Montag beim US-Online-Umsatz irgendwann zwischen 2028 und 2030 überholen. Das wäre das erste Mal seit der Erfindung des Cyber Monday 2005. Ob das passiert, hängt davon ab, wie aggressiv Händler ihre Pre-Black-Friday-Deals weiter ausbauen – und ob der Cyber Monday als eigenständiges Event genug Anziehungskraft behält, um sich gegen den immer früher startenden Freitag zu behaupten. Momentan sieht es danach aus, als würde er das schaffen. Aber garantiert ist das nicht.
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Häufige Fragen zum Cyber Monday
Was ist der Cyber Monday?
Der Cyber Monday ist ein Online-Shopping-Event am Montag nach dem Black Friday. Er wurde 2005 in den USA von der National Retail Federation eingeführt und ist heute einer der umsatzstärksten E-Commerce-Tage weltweit. In Deutschland findet er seit 2010 statt.
Wann ist Cyber Monday 2026?
Cyber Monday 2026 ist am 30. November 2026. Alle Deals gibt es auf der Cyber Monday Deals-Seite.
Wann ist Cyber Monday 2027?
Cyber Monday 2027 fällt auf den 29. November 2027.
Was kommt nach dem Black Friday?
Nach dem Black Friday folgt das Wochenende (Deals laufen weiter), dann der Cyber Monday am Montag und anschließend die restliche Cyber Week. Die Rabattphase endet meist Anfang Dezember.
Ist der Cyber Monday besser als der Black Friday?
Für physische Produkte wie Elektronik hat erfahrungsgemäß der Black Friday die stärkeren Deals. Für digitale Produkte, Software und Streaming-Abos bietet der Cyber Monday oft bessere Rabatte. Ausführlicher Vergleich: Cyber Monday vs. Black Friday.
Warum heißt es Cyber Monday?
Der Name wurde 2005 von der US-Handelsvereinigung NRF geprägt. „Cyber“ stand damals für „online“ – der Montag sollte das Online-Gegenstück zum stationären Black Friday sein. Der Begriff klingt heute veraltet, hat sich aber gehalten.
Seit wann gibt es den Cyber Monday in Deutschland?
Seit 2010. Amazon veranstaltete in dem Jahr die erste Cyber-Monday-Rabattaktion in Deutschland – mit 30 Produkten an einem Tag. Daraus wurde später die Cyber Monday Woche und schließlich die Cyber Week.
Wie lange dauert der Cyber Monday?
Einen Tag – offiziell. In der Praxis verlängern viele Händler ihre Deals bis Dienstag oder Mittwoch. Manche lassen die Aktionspreise die gesamte Cyber Week hindurch laufen.
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