Die Grundidee ist so langweilig wie effektiv: Produkte kosten nicht das ganze Jahr dasselbe. Winterjacken im Winter teuer, im Sommer billig. Gartenprodukte im Juni teuer, im September halb so viel. Fitnessgeräte* im Januar – wenn die halbe Nation gute Vorsätze hat – am teuersten, drei Monate später am günstigsten. Das weiß eigentlich jeder. Und trotzdem kaufen die allermeisten Leute exakt dann wenn sie etwas brauchen, googeln „[Produkt] günstig kaufen“ und zahlen den Saisonpreis. Weil man eben keine Winterjacke kauft wenn es 30 Grad hat. Verständlich. Aber teuer.
Was folgt ist kein Versprechen. Preise schwanken, Händler machen was sie wollen, und manchmal ist ein Produkt im „falschen“ Monat trotzdem günstiger als im „richtigen“. Aber die Muster wiederholen sich jedes Jahr – auch die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Online-Preise je nach Jahreszeit stark schwanken. Dieser Spar-Kalender schlüsselt die Muster Monat für Monat auf.
Wann kauft man was am günstigsten? Monat für Monat
Januar: Alle schlafen, die Preise fallen
Ernsthaft einer der besten Deal-Monate neben November. Und kaum jemand nutzt ihn.
In der ersten Januarwoche räumen die Händler ihre Weihnachtsüberschüsse. Elektronik die als Geschenk nicht ankam oder zu spät geliefert wurde. Gaming-Zubehör aus Aktionsbeständen. Haushaltsgeräte die im Lager Platz wegnehmen weil die neuen Modelle kommen. Die Preise liegen teilweise unter Black-Friday-Niveau – aber alle sind im Weihnachtskoma und schauen nicht hin. Ihr Verlust.
Ab der zweiten Woche startet der Winter-Sale bei Mode. Das zieht sich bis Ende Februar, und die Rabatte werden stärker, nicht schwächer. Wer eine Winterjacke* für nächsten Winter kauft – ja, ein ganzes Jahr im Voraus – kann erfahrungsgemäß 40 bis 60 Prozent sparen. Muss man mögen als Strategie. Funktioniert aber.
Im Januar zahlt man für Fitnessgeräte Höchstpreise – wer warten kann, findet die besseren Deals ab März. Walking Pads, Laufbänder, Hantelbänke – alles auf Jahreshoch, weil ganz Deutschland gleichzeitig beschließt ab morgen regelmäßig Sport zu machen. Spoiler: Im März ist der Enthusiasmus bei den meisten vorbei. Die Preise auch.
Februar und März
Februar ist Valentinstag. Heißt: Beauty-Sets und Parfüm werden zwei Wochen vorher teurer und direkt danach wieder günstiger. Wer sich selbst was gönnen will, kauft am 15. Für den Partner idealerweise schon im Januar.
März ist der Monat in dem der Fitnessmarkt kippt. Die Nachfrage bricht ein, die Preise folgen. Laufband*, Walking Pad*, Ergometer*, Hantelbank* – alles oft 15 bis 30 Prozent unter dem Januarpreis. Der Zeitraum bis Juni ist das Fenster. Danach ziehen die Preise wieder an weil die Weihnachtsgeschenk-Saison näher rückt. Ja, manche Leute schenken Laufbänder zu Weihnachten. Die Beschenkten freuen sich unterschiedlich.
April bis Juni: Frühling, Garten, und der teure Fehler
Jetzt wird es interessant – und gleichzeitig gefährlich. Weil jetzt die Jahreszeit beginnt in der Leute die größten Fehler machen.
Ostern irgendwann im März oder April. Ostergeschenke werden leicht teurer, aber der Aufschlag ist kleiner als bei Weihnachten – Ostern ist eben kein Geschenke-Event der gleichen Liga. Muttertag Anfang Mai, Vatertag kurz danach. Zwei Anlässe die jedes Jahr am selben Wochenende sind und trotzdem jedes Jahr überraschen. Kaffeevollautomaten* als Muttertagsgeschenk – gemessen an den Mai-Verkaufszahlen eines der gefragtesten Geschenke überhaupt. Die Preise ziehen Ende April an.
Und dann der Fehler. Ab Mai wollen alle in den Garten. Pool, Gasgrill, Gartenmöbel, Mähroboter. Die Sonne scheint, die Motivation ist da, und man bestellt. Im Juni sind die Preise für Gartenprodukte auf dem Höchststand. Derselbe Pool der im September erfahrungsgemäß um die 200 Euro kostet, kostet jetzt gerne 350. Derselbe Gasgrill. Derselbe Mähroboter. Man kann das nicht oft genug sagen: Gartenprodukte kauft man nach der Saison, nicht mittendrin.
Was im Juni tatsächlich günstig ist und niemand auf dem Schirm hat: Fitnessgeräte (Preistief, weil im Sommer kein Mensch ein Laufband will) und Heizlüfter (ja, im Juni – absurd, aber die Lager müssen leer).
Juli und August
Zwei Monate, zwei Events.
Prime Day 2026 Mitte Juli. Eines der größten Shopping-Events des Jahres, exklusiv für Prime-Mitglieder, zwei Tage und dann vorbei. Elektronik und Haushalt am stärksten. Die Rabatte auf hauseigene Produkte (Echo*, Fire TV*, Kindle*) sind am aggressivsten. Bei Elektronik und Haushalt lohnt es sich – die stärksten Deals kommen aber in der Black Week. Mehr dazu im Prime Day Ratgeber. Gleichzeitig Sommer-Sale bei Mode – die zweite große Abverkaufsrunde nach dem Winter. Und, falls man es noch nicht gehört hat: Adventskalender jetzt kaufen. Im Juli. Fühlt sich falsch an, kann aber 20 bis 40 Prozent gegenüber Oktober sparen.
Back-to-School in der zweiten Augusthälfte. Laptops*, Tablets, Rucksäcke. Einer der besten Kaufzeitpunkte für Laptops im ganzen Jahr – die Rabatte sind vergleichbar mit Black Friday, aber mit deutlich weniger Stress und besserer Verfügbarkeit. Adventskalender für Kinder, Frauen, Männer – jetzt noch Frühbucherpreise. Ab September wird es teurer.
September und Oktober: Modellwechsel und der lange Anlauf
September ist der Monat der leisen Schnäppchen. Neue Fernseher kommen auf den Markt, die Vorgänger müssen raus. OLED-TVs des Vorjahres* werden plötzlich deutlich günstiger – kein Event, kein Banner, kein Countdown. Einfach Modellwechsel. Wer nicht das allerneueste braucht, findet hier die stärksten Fernseher-Rabatte außerhalb der Black Week. Laut dem Statistischen Bundesamt waren Fernsehgeräte im Oktober 2025 gut zehn Prozent günstiger als ein Jahr zuvor – der Preisrückgang bei Unterhaltungselektronik im Herbst ist kein Zufall.
Und jetzt die Belohnung für alle die im Juni nicht den Pool gekauft haben: Gartenprodukte im September und Oktober. Pools*, Grills*, Mähroboter*, Hochbeete – alles im Abverkauf. Die Saison ist vorbei, die Lager müssen leer. Preise oft 30 bis 50 Prozent unter dem Sommer-Niveau. Man muss halt bis nächstes Jahr warten um den Pool aufzustellen. Aber man hat ihn. Und er war billig.
Im Oktober kommen die Prime Deal Days 2026 – das zweite Prime-Event, kleiner als Juli. Und ab Ende Oktober beginnt der Anlauf auf die Black Week. Weihnachtsgeschenke jetzt kaufen ist nicht verrückt, sondern schlau. Die Preise sind noch normal, die Auswahl komplett, die Lieferung entspannt.
November und Dezember
November ist November. Black Week, Black Friday 2026, Cyber Monday. Die niedrigsten Preise des Jahres bei Elektronik, Haushalt, Gaming – zumindest in den meisten Kategorien. Dafür gibt es den Black-Friday-Ratgeber. Hier nur so viel: Die besten Deals kommen oft Dienstag bis Donnerstag der Black Week, nicht am Freitag selbst. Am Freitag ist der Hype am höchsten, die Verfügbarkeit am niedrigsten.
Dezember in drei Akten. Bis Mitte Dezember: Advents-Deals, bei Elektronik und Gaming noch unter Normalpreis, aber nicht mehr auf Black-Friday-Niveau. Ab dem 17.: Last-Minute. Da geht es nicht um Preise, da geht es darum ob das Paket noch kommt. Und dann 27. bis 31.: Jahresend-Sale. Kaum Käufer, Händler wollen das Jahr sauber abschließen. Wer Gutscheine einlösen will, findet hier in Ruhe was.
Und dann ist Januar. Und alles fängt von vorne an.
Die Kurzversion
Elektronik: Januar (Restposten), September (Modellwechsel), November (Black Week)
Haushalt: Januar, Juli (Prime Day), November
Mode: Januar/Februar (Winter-Sale), Juli/August (Sommer-Sale)
Fitnessgeräte: Ab März bis Juni – Höchstpreise im Januar
Garten: September/Oktober – Höchstpreise im Juni
Geschenke: Adventskalender im Sommer, Weihnachten im Oktober, Muttertag nicht am Samstag davor
Beauty: Nach Valentinstag, nach Muttertag, Black Week
Alle aktuellen Deals: Angebote-Übersicht. Alle Kategorien: Elektronik, Haushalt & Küche, Beauty, Mode & Schmuck, Geschenke, Gaming, Garten, Sport & Fitness, Baby & Familie, Tierbedarf, Baumarkt, Reise & Gepäck.
Häufige Fragen zum Spar-Kalender
Wann ist der beste Zeitpunkt um Elektronik zu kaufen?
Drei Fenster: Januar (Weihnachtsrestposten), September (Modellwechsel bei Fernsehern), November (Black Week). Der Prime Day im Juli bringt vor allem bei hauseigenen Produkten Rabatte.
Wann sind Fitnessgeräte am günstigsten?
März bis Juni. Im Januar die höchsten Preise weil alle ihre Neujahrsvorsätze umsetzen. Ab März bricht die Nachfrage ein. Im Sommer sind Laufbänder und Walking Pads am günstigsten – weil bei 30 Grad kein Mensch drinnen laufen will.
Wann sollte man Gartenprodukte kaufen?
September und Oktober. Pools, Grills, Mähroboter – alles was im Sommer teuer war, wird nach der Saison abverkauft. Im Juni zahlt man Höchstpreis.
Lohnt es sich auf den Black Friday zu warten?
Für Elektronik und Haushalt meistens ja. Für Mode und Beauty weniger – da bringen die regulären Saisonabverkäufe oft genauso viel. Im Black-Friday-Ratgeber steht welche Kategorien sich lohnen.
Geld sparen beim Online-Shopping – was bringt am meisten?
Gegensaisonal kaufen. Das bringt mehr als jeder Gutscheincode. Winterprodukte im Sommer, Sommerprodukte im Herbst, Fitnessgeräte nach dem Neujahrshype. Der Preisunterschied: oft 20 bis 40 Prozent, nur weil man ein paar Wochen anders plant. Mehr dazu im Ratgeber: Die teuersten Fehler beim Online-Shopping.